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Hektik im Alltag - Entschleunigen im Urlaub: Rad- und Wanderreisen

Die Digitalisierung, die Globalisierung, das stetige Wachstum „immer höher – immer schneller – immer weiter“ und die zunehmende Konsumhaltung sind zwar zum einen Zeichen von Wohlstand, Zusammenarbeit und Zusammenhalt, aber zum anderen auch Faktoren, die die psychische Gesundheit der Gesellschaft gefährden und auf Dauer krank machen können. Um dem vorzubeugen ist es wichtig sich im Alltag bewusst kleine „Inseln“ zu schaffen und mindestens einmal – am besten sogar mehrmals im Jahr bewusst eine längere Zeit auszuklinken, um die Akkus aufzuladen und die mentale Gesundheit zu fördern.


Die Welt und der Alltag

Der Homo Sapiens ist eine Spezies, die durch Fortschritt und stetige Weiterentwicklung, sowie soziale und emotionale Intelligenz charakterisiert wird, sein Wissen ständig ausbaut und sich stetig neue Ziele setzt. Das sind einige Eigenschaften, die uns von anderen Lebewesen unterscheiden und uns dahin gebracht haben, wo wir heute sind. Aber jede Medaille hat auch ihre Schattenseite. Unter anderem durch den Fortschrittswillen befinden wir uns in einer Gesellschaft, in der oftmals nur Leistungen und Ergebnisse zählen und die mentale Gesundheit auf der Strecke bleibt. Immer mehr Menschen leiden an Burnout, Depressionen, Überlastung und Stress und finden kaum Zeit zur Ruhe zu kommen. Wir sind ständig erreichbar und „müssen“ oder sollten wir eher sagen „sollen“ dies irgendwo auch sein? - jetten durch die Welt, arbeiten, um zu konsumieren, werden mit täglich neuen Eindrücken überflutet, hetzten von einem Termin zum anderen und rennen in unserem Hamsterrad von einem Tag zum nächsten. Dabei vernachlässigen wir unsere Umwelt und uns selbst. Das soll nicht bedeuten, dass die Digitalisierung und Globalisierung rein negative Auswirkungen haben und Arbeiten schlecht ist – ganz und gar nicht. Aber dennoch ist es wichtig in dieser schnelllebigen Welt einen Ausgleich zu finden – vor allem für den Kopf, den Geist und die reizüberflutete Seele. Deshalb ist es so enorm wichtig sich regelmäßig eine Auszeit zu nehmen, auf den Sinn des Lebens zu besinnen und zur Ruhe zu kommen.

Der Kopf

Die Basis ist unser Kopf. Um dem Stress, dem wir uns täglich bewusst oder auch unbewusst ausgesetzt fühlen, zu entkommen, benötigen wir im Alltag kleine Rituale oder „Inseln“, um unsere Gedanken kreisen zu lassen. Wir benötigen Zeit, in der wir uns nur unserer Seele und unserem Körper widmen und Dinge tun, die wir gerne machen.

Dabei findet jeder Mensch in unterschiedlichen Aktivitäten Entspannung: Der eine schaltet beim Lesen ab, der andere liebt Sport, ein wieder anderer backt oder malt gerne. Aber auch der Friseur- oder Kosmetiktermin, eine Massage oder das Pflegen des eigenen Gartens können beim Abschalten helfen. Neben Dingen, die einem gut tun kann es auch helfen Dinge, die einen stören, bewusst zu erörtern, aufzuschreiben und zu beseitigen. Das hört sich leichter an als getan, ist aber ebenso Grundvoraussetzung für ein gesünderes und farbenfroheres Leben. Es gibt unzählige Mental-Health-Coaches, Bücher, Seminare und Videos, die Betroffenen helfen möchten, die psychische Gesundheit zu fördern.

Wir sind keine Experten, was das angeht, wissen aber, dass es vielen Menschen im Alltag schwer fällt auch nur fünf Minuten am Tag nur auf sich selbst zu hören. Daher ist es umso wichtiger zumindest die schönste Zeit des Jahres – den Urlaub – zu nutzen, um zu Entschleunigen und die eigenen Akkus zu laden.

Aktiv sein im Urlaub

Für viele bedeutet Urlaub am Strand liegen und nichts tun: relaxen, schlafen, sonnen und die Sehenswürdigkeiten der Umgebung erkunden. Es gibt aber auch Menschen, die im Urlaub aktiv sein wollen und einen Ausgleich zum starren Büroalltag mit mangelnder Bewegung suchen. Die Auswahl ist groß. Wir möchten Ihnen im Folgenden zwei Varianten von Aktivurlauben vorstellen, die uns helfen die Hektik und den Stress des Alltags zu vergessen.
Wanderurlaub ist schon lange kein reiner Seniorenurlaub mehr – warum auch? Radurlaub? Das ist was für Best Ager. Keineswegs! Diese Stigmatisierungen sind schlichtweg unpassend. Immer mehr junge Menschen entdecken diese Urlaubsarten für sich und finden Entspannung in der Natur. Durch volle Terminkalender und Freizeitstress, dem sich viele bewusst oder auch unbewusst ausgesetzt fühlen, fehlt oftmals die Zeit sich bewusst in der Natur zu bewegen, die Landschaft zu genießen und richtig tief durchzuatmen.



Sowohl ein Wanderurlaub also auch eine Radreise eignen sich hervorragend, um sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und einen Blick für die (unscheinbaren) Naturschönheiten zu erlangen. Durch das reine, mehrstündige Gehen über Stock und Stein, durch saftige grüne Wälder, blühende Wiesen und entlang von plätschernden Wasserläufen wird der Blick nicht abgelenkt und man kommt zur Ruhe.

Je länger man läuft, desto mehr nimmt man die Natur wahr, desto tiefer atmet man ein. Und mit jedem Schritt verstärkt sich dieser Effekt. Ebenso beim Radfahren. Plötzlich sieht man Blumen, die man noch nie gesehen hat, hört das Rascheln der Blätter, das Zirpen der Grillen und das Gezwitscher der Vögel. Man riecht frisches Moos, nasses Laub, gemähtes Gras, Kuhdung, oder frische Seeluft. Und es beruhigt. Ruhe, die man im hektischen Alltag oft vergisst und Naturschönheiten, die man übersieht. Wandern und Radfahren stärken das Bewusstsein für die Natur und führen uns ihre wunderschönen und zahlreichen Facetten vor Augen. Man fühlt sich im Einklang mit der Natur: Nur der Mensch und die Umwelt. Und dieser Minimalismus erdet.

Darüber hinaus sind Radfahren und Wandern körperliche Aktivitäten, die gesund sind. Sie stärkten das Immunsystem, fördern die Fettverbrennung und stabilisieren den Kreislauf, während Sie in der freien Natur mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Muskelgruppen, die vielleicht schon lange nicht mehr beansprucht wurden, werden aktiv und der Körper auf eine Weise herausgefordert, die er vielleicht schon lang nicht mehr erlebt hat. Außerdem sind Wandern und Radfahren ein hervorragendes, aber gelenkschonendes Ausdauertraining zur Förderung der Kondition, egal ob im Flachland, hügeligen Mittelgebirge oder in der alpinen Bergwelt. Der menschliche Körper ist für Bewegung – insbesondre für das mehrstündige Gehen evolutionsbedingt prädestiniert.
Dabei hilft die ganzheitliche körperliche Aktivität an der frischen Luft den Kopf frei zu bekommen und die Gedanken kreisen zu lassen. Fern ab von Internet und Medien hat man Zeit für sich.

Bestenfalls schaltet man das Handy bewusst ab, um „mal nicht erreichbar zu sein“ – weder für Telefonate noch Facebook, Twitter oder WhatsApp. Man hat Zeit sich mit sich selbst zu beschäftigen, mit seinen Gedanken, Problemen, Träumen und Lebensplänen. Vielleicht erwischt man sich gelegentlich auch dabei an „nichts“ zu denken. Man schaltet ab und kann durch die ganzheitliche körperliche Aktivität entschleunigen.

Zugleich wird man gefordert an seine Grenzen zu kommen, um das Ziel zu erreichen und sich an kniffligen Stellen zu trauen über seinen Schatten zu springen. Das schafft Selbstbewusstsein, befreit und beflügelt zugleich. Beim Wandern und Radfahren zu zweit oder in der Gruppe bietet sich die Möglichkeit lange und intensive Gespräche über Gott und die Welt zu führen. Gespräche, für die sonst vielleicht die Zeit fehlt, Themen,
die im Alltag untergehen. Man lernt seinen Wander-/Radpartner, aber womöglich auch sich selbst ganz neu oder von einer unbekannten Seite kennen, sowohl im Gespräch als auch in der Überwindung der körperlichen Anstrengung und naturräumlichen Hindernisse.
Diese Erfahrung schweißt zusammen und überträgt sich bestenfalls auf den Alltag.

Zurück im Alltag

Jeder Urlaub und jede Ruhephase haben leider auch ein Ende. Wichtig ist, dass die gewonnene Entspannung und das Leben im eigenen Tempo und Rhythmus möglichst lang auf den Alltag übertragen wird. Dass man sich auch im hektischen Alltag regelmäßig auf die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse zurückbesinnt und klar macht, worauf es ankommt, was man möchte und was man kann. Entschleunigen heißt die gezielte Verlangsamung (ohne dabei faul zu sein) einer sich ständig beschleunigenden Entwicklung und das gleichzeitige Bewusstsein darüber, inwiefern es einem gut tut. Entschleunigen bedeutet „Umgang mit sich selbst und der Natur“. Worauf warten Sie also noch? Ab aufs Rad oder rein in die Wanderschuhe und überzeugen sich selbst!

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