Internationale Hansestädte-Radreise zwischen Rhein, IJssel und Veluwe
Diese abwechslungsreiche Radreise führt Sie über rund elf Tage hinweg durch eine faszinierende Kulturlandschaft zwischen Deutschland und den Niederlanden. Vom traditionsreichen Neuss am Rhein bis in die charmante Hansestadt Harderwijk erleben Sie eine Route, die von historischen Handelswegen, lebendigen Flusslandschaften und eindrucksvollen Naturkulissen geprägt ist. Entlang großer Ströme wie Rhein, Waal und IJssel sowie durch idyllische Poldergebiete und waldreiche Regionen entdecken Sie immer wieder Spuren der Hansezeit, die sich in mittelalterlichen Stadtkernen, alten Speicherhäusern und beeindruckenden Kirchen widerspiegeln.
Jede Etappe bringt neue Eindrücke: Von ruhigen Deichwegen und weiten Auen über lebendige Städte mit Promenaden, Märkten und Cafés bis hin zu naturnahen Abschnitten, in denen Wasser, Wind und Vogelstimmen das Tempo bestimmen. Zahlreiche Fähren, Brücken und malerische Flussufer sorgen dabei für ein besonders abwechslungsreiches Fahrerlebnis. Gleichzeitig laden geschichtsträchtige Orte wie Xanten, Nijmegen, Deventer oder Kampen dazu ein, die bewegte Vergangenheit der Region auf entspannte Weise zu erkunden.
So verbindet diese grenzüberschreitende Radtour eindrucksvoll Kultur, Natur und Genuss zu einem unvergesslichen Aktivurlaub – ideal für alle, die historische Hansestädte per Fahrrad entdecken und die Vielfalt des Niederrheins sowie der niederländischen Flusslandschaften intensiv erleben möchten.
Tag 1 Ankunft Neuss
Willkommen am Rhein. Ihre Radreise beginnt in der traditionsreichen Stadt Neuss, die mit ihrer Lage am Wasser und ihrer bewegten Geschichte sofort ein Gefühl von Aufbruch und Abenteuer vermittelt. Ihr Hotel empfängt Sie ruhig gelegen, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt direkt am Rheinufer. Hier können Sie erst einmal tief durchatmen und sich auf die kommenden Etappen einstimmen. Wer früh anreist, hat die Gelegenheit, bereits erste Eindrücke der Region zu sammeln. Ein Abstecher in die Düsseldorfer Altstadt oder ein Bummel über die elegante Königsallee bieten sich dafür wunderbar an. So startet Ihr Radurlaub mit einer gelungenen Mischung aus Entspannung, Vorfreude und urbanem Flair.
Tag 2 Neuss Homberg etwa 50 km
Schon bald rollen Sie hinein in das Herz von Neuss, einer lebendigen ehemaligen Hansestadt, die ihre Vergangenheit stolz präsentiert. Alte Speicherhäuser erinnern an geschäftige Handelszeiten, während der Innenhafen und historische Bauwerke spannende Einblicke in frühere Epochen geben. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das mächtige Quirinus Münster, dessen Status als basilica minor auf seine besondere Bedeutung verweist. Gleich nebenan lädt der Marktplatz mit gemütlichen Cafes und Restaurants dazu ein, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Hinter dem Zentrum entfaltet der Hansestaedte Radweg seine ganze Schönheit. Entlang des Nordkanals radeln Sie durch eine grüne Kulisse aus hohen Bäumen, begleitet vom leisen Plätschern des Wassers und dem fröhlichen Konzert zahlreicher Vögel. Ein kurzer Abstecher nach Meerbusch bringt Abwechslung ins Spiel. Hier treffen futuristische Ganzglasvillen auf charmant nostalgische Häuser, ein spannender Kontrast, der zum Staunen einlädt. Danach führt die Route nach Uerdingen mit seiner langen Stadtgeschichte und weiter vorbei an Atrop bis nach Homberg auf der linken Rheinseite, wo Sie den Tag entspannt ausklingen lassen.
Tag 3 Homberg Xanten etwa 56 km
Nach einem kurzen Weg zur Friedrich Ebert Brücke setzen Sie Ihre Fahrt fort. Hinter Duisburg wirkt alles eine Spur größer. Auf dem Rhein ziehen mächtige Containerschiffe ihre Bahn und der Radweg verwandelt sich für eine Weile in eine echte Fahrradautobahn. Auf ebenem Untergrund und oft mit Rückenwind gleiten die Kilometer beinahe mühelos dahin.
Doch bald ändert sich das Bild. Die Landschaft wird wieder ruhiger und ländlicher. Schafe grasen auf den Deichen, beobachten neugierig die vorbeiziehenden Radreisenden und sorgen für ein idyllisches Panorama. Vor Wesel erwartet Sie die renaturierte Lippemuendung, ein Ort, an dem Natur und Wasser eine eindrucksvolle Einheit bilden. Auch wenn die Stadt im Zweiten Weltkrieg schwere Verluste erlitt, haben einige Gebäude die Zeit überstanden oder wurden detailgetreu wieder aufgebaut.
Nach der Rheinüberquerung gelangen Sie durch das Naturschutzgebiet Bislicher Insel nach Xanten. Die historische Altstadt mit dem reich verzierten St Viktor Dom versprüht besonderen Charme. Zudem lädt das größte archäologische Freilichtmuseum Deutschlands am Standort der ehemaligen roemischen Stadt Colonia Ulpia Traiana zu einer faszinierenden Zeitreise ein.
Tag 4 Xanten Emmerich etwa 48 km
Noch einmal führt Ihr Weg durch das geschichtstraechtige Zentrum von Xanten. Falls Sie am Vortag keine Gelegenheit hatten, den archäologischen Park zu besuchen, können Sie dies nun nachholen. Anschließend begleiten Sie zwei Seen, die zu einer erfrischenden Pause am Wasser einladen. Durch das Naturschutzgebiet Reeser Schanz folgen Sie weiter dem Rheinlauf.
Mit der Personenfaehre Raeße Poentje setzen Sie nach Rees über, der ältesten Stadt am Niederrhein. Hier zeugen gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauern, Rundturm sowie Muehlen und Zollturm von der bewegten Vergangenheit. Die Rheinpromenade gilt als eine der schönsten Deutschlands und eignet sich perfekt für eine genussvolle Kaffeepause. Nach einer weiteren Rheinüberquerung passieren Sie auf dem Weg nach Kalkar und Grieth mehrere einladende Badeseen. In Kalkar lohnt sich ein Rundgang durch die mittelalterlich geprägte Altstadt mit ihren charakteristischen Treppengiebeln und dem historischen Rathaus.
Kurz vor Emmerich erwartet Sie ein beeindruckendes Bauwerk. Sie passieren die längste Haengebruecke Deutschlands, das sogenannte Goldene Tor des Niederrheins. Am Abend bietet sich ein entspannter Spaziergang über die Rheinpromenade der alten Hansestadt an.
Tag 5 Emmerich Nijmegen etwa 60 km
Hinter Emmerich überschreiten Sie bald die deutsch niederlaendische Grenze. Im hügeligen Montferland geht es abwechslungsreich auf und ab. In s Heerenberg entdecken Sie eine der größten mittelalterlichen Burgen der Niederlande. Durch den grünen Bergherbos radeln Sie weiter und erreichen schließlich die besondere Landschaft des Gelderse Poort, wo der Rhein einst eine Moräne durchbrach.
Durch wasserreiche Gebiete wie Ossenwaard und die junge Natur von Carvium Novum gelangen Sie zur Waal. Eine Fahrradfaehre bringt Sie nach Millingen aan de Rijn. Anschließend führt die Strecke durch die wilde Landschaft des Millingerwaard und durch das malerische Ooyse Polderland mit seinen Wiesen, Deichen und alten Flussarmen. Gemütliche Terrassen bieten sich für eine Pause an. Bald zeichnen sich die Konturen des Hochdamms ab und die älteste Stadt der Niederlande, die Hansestadt Nijmegen, kommt in Sicht.
Tag 6 Nijmegen Doesburg etwa 50 km
Nach einem letzten Abschnitt auf dem Deich entlang der Waal radeln Sie durch den Landschaftspark Lingezegen. Vor rund zweitausend Jahren verlief hier der Limes, die nördliche Grenze des roemischen Reiches. Informationstafeln berichten von dieser spannenden Vergangenheit. Über Elst erreichen Sie Driel, wo Sie mit der Faehre den Niederrhein überqueren.
In Arnheim lohnt sich ein Blick auf die John Frost Brücke sowie ein Besuch im Museum Airborne at the Bridge. Der weitläufige Sonsbeek Park lädt zu einer grünen Pause ein. Danach wechseln Sie vom Nederrijn zur IJssel und fahren über Deiche mit herrlichen Ausblicken auf die Auen. Bald erscheint der Kirchturm von Doesburg am Horizont. Nach der Überquerung der Oude IJssel erreichen Sie die eindrucksvolle Stadt mit ihren Geschäften, Galerien und Museen. Kulinarisch locken regionale Spezialitäten wie die bekannte Senfsuppe.
Tag 7 Doesburg Deventer etwa 59 km
Heute folgen Sie überwiegend den hohen Deichen entlang der IJssel. Gänse in den Wiesen, Reiher am Ufer und Schwalben am Himmel begleiten Ihre Fahrt. Schiffe ziehen durch das glitzernde Wasser. Ein erster Halt bietet sich im kleinen Städtchen Bronkhorst mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen an.
Bald darauf tauchen die Umrisse von Zutphen auf. Ein Spaziergang durch die Altstadt bietet Gelegenheit für eine genussvolle Mittagspause. Weiter geht es vorbei an erhöht gelegenen Höfen, Wiesen mit weidenden Kühen und dichten Hecken. Der Turm des Schlosses Nijenbeek erhebt sich markant über die Landschaft. Kunstinteressierte können einen Abstecher zum Museum More unternehmen. Schließlich kündigt die Silhouette der Lebuinuskerk die Nähe zu Deventer an.
Sie haben die Wahl zwischen einer längeren Route entlang des Westufers mit Überquerung der IJssel über die Eisenbahnbrücke oder einer kürzeren Variante mit Faehre bei Gorssel.
Tag 8 Deventer Zwolle etwa 48 km
Die Route führt weiter nordwärts entlang der IJssel. Wer Deventer noch nicht erkundet hat, sollte sich Zeit für die charmante Altstadt mit ihren Buchhandlungen und Galerien nehmen. Eine besondere Spezialität ist der berühmte Deventer Kuchen.
Anschließend radeln Sie durch beeindruckende Überschwemmungsgebiete, in denen moderne niederlaendische Wasserwirtschaft sichtbar wird. Nach dem Besuch der kleinen Hansestadt Hattem überqueren Sie den Fluss und erreichen Zwolle. Die Stadt war einst ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und beeindruckt heute mit Resten ihrer mittelalterlichen Stadtmauer sowie zahlreichen historischen Bauwerken. Sollte Hochwasser den Faehrenbetrieb einschränken, steht eine alternative Route über Olst zur Verfügung.
Tag 9 Zwolle Kampen etwa 50 km
Sie lassen die lebendige Atmosphäre von Zwolle hinter sich und folgen dem Fluss Zwartewater. Das Radfahren entlang der geschwungenen Deiche ist ein Genuss. Weite Ausblicke über sumpfige Auen und eine vielfältige Vogelwelt sorgen für unvergessliche Naturmomente.
Mit der charmanten Faehre Haersterveer setzen Sie über die Overijsselse Vecht und erreichen Hasselt mit seinen zahlreichen Nationaldenkmälern. Die Gebäude erzählen vom einstigen Wohlstand der Hansezeit. Weiter geht es nach Genemuiden, das sich im Laufe der Jahrhunderte zur Teppich und Kunstrasenstadt entwickelt hat.
Durch das offene Zwartewaterland radeln Sie schließlich nach Kampen. Die charakteristischen Hubtuerme der Stadtbruecke weisen den Weg in eine der einst reichsten Hansestädte der Region, deren historische Blüte bis heute im Stadtbild spürbar ist.
Tag 10 Kampen Harderwijk etwa 53 km
In Kampen können Sie zunächst die Reste der Stadtmauer aus dem vierzehnten Jahrhundert bewundern. Danach führt die Route entlang der Seen Dronten und Veluwe zur malerischen Festungsstadt Elburg.
Nach diesem Abschnitt wechseln Sie von der Küste ins Landesinnere. Ab Nunspeet genießen Sie die abwechslungsreiche Landschaft am Rand der Veluwe. Wer Zeit und Lust hat, kann eine etwas längere Strecke durch den Harderwijker Wald und das Dünengebiet Het Beekhuizerzand wählen. Hier sorgen kleine Anstiege und sanfte Abfahrten für zusätzliche Abwechslung. Mit etwas Glück entdecken Sie unterwegs Rehe oder Wildschweine.
Ihr Tagesziel ist das gemütliche Harderwijk. Einst bedeutender Fischereihafen am Meer, liegt die Stadt heute idyllisch an einem See mit Blick auf einen Polder.
Tag 11 Abreise Harderwijk
Nach dem Frühstück endet Ihr Radurlaub. Mit vielen Eindrücken im Gepäck treten Sie die Heimreise an oder verlängern Ihren Aufenthalt individuell.
Streckenprofil
- weitgehend flache bis leicht wellige Etappen
- gut ausgebaute Radwege entlang von Flüssen und Deichen
- vereinzelte kurze Anstiege in hügeligen Abschnitten
- regelmäßige Fährüberfahrten und Brückenpassagen
- abwechslungsreiche Untergründe von Asphalt bis Schotter
Sehenswertes auf der Tour
- historische Hansestädte mit mittelalterlichen Stadtkernen
- beeindruckende Kirchen und alte Speicherhäuser
- Naturschutzgebiete mit Auenlandschaften und Vogelwelt
- archäologische Stätten und Museen zur regionalen Geschichte
- typische niederlaendische Polderlandschaften und Wasserbauprojekte
Absolute Highlights
- Quirinus Münster in Neuss
- archäologischer Park und St Viktor Dom in Xanten
- Rheinpromenade und Haengebruecke bei Emmerich
- Burgenlandschaft im Montferland
- Deichlandschaften entlang von Waal und IJssel
- historische Zentren von Nijmegen Deventer und Kampen
- Naturkulisse der Veluwe vor Harderwijk
Hinweise zur Mitnahme eines Hundes
Grundsätzlich sind viele Streckenabschnitte ruhig und naturnah und daher gut für das Radreisen mit Hund geeignet. Bei Fährüberfahrten gelten teilweise besondere Bestimmungen oder Leinenpflicht. In Naturschutzgebieten sollte der Hund stets angeleint werden. Für längere Etappen empfiehlt sich ein geeigneter Fahrradanhänger oder Korb. Ausreichend Pausen und Wasserstellen entlang der Route einplanen.
